Pfefferminzöl bei
Kopfschmerzen und Migräne.
Wissenschaftlicher Originaltext aus der "Pharmazeutischen
Zeitung"
Pfefferminze
Mentha piperita
In der Aromatherapie ist Pfefferminzöl unentbehrlich.
Nachstehend die Essenz einer wissenschaftlichen Veröffentlichung :
"Bis heute gibt es kein spezielles Medikament, das für
die häufigste Kopfschmerzform überhaupt, den
Spannungskopfschmerz, entwickelt wurde.
An der Kieler Universitätsklinik für Neurologie wurde nun
erstmals systematisch die Anwendung von Pfefferminzöl unter-
sucht. Bislang lagen auch keine wissenschaftlichen Untersuchungen
zur Wirksamkeit vor.
Hauptbestandteile (50 bis 86 Prozent) des Öls der Pflanze Mentha
piperita sind Menthol und Menthon, sowie Limonen, Mendren und
Phellandren.
Bei lokaler Anwendung von Pfefferminzöl auf der Haut werden,
selbst in geringen Mengen, Kälte- und Druckrezeptoren erregt, in
hohen Konzentrationen auch Wärme- und Schmerzrezeptoren
stimuliert. Menthol bewirkt eine Änderung der Zellmembran mit
einer vermehrten elektrischen Aktivität. Hohe Konzentrationen
von Menthol entfalten eine lokal anästhesierende Wirkung.
Pfefferminzöl kann außerdem die Wirkungen der
Schmerz-Nerven-Botenstoffe Serotonin und Substanz-P hemmen. Beide
Substanzen spielen bei der Entstehung von Kopfschmerzen eine
entscheidende Rolle. In den Untersuchungsreihen zeigte bereits zehnprozentiges
Pfefferminzöl in alkoholischer Lösung die
ausgeprägtesten Wirkungen.
Erstmals liegen nun auch, wie Dr. Hartmut Göbel (Uni Kiel) auf
einer Pressekonferenz der Deutschen Migräne- und
Kopfschmerzgesellschaft in Bonn berichtete, neue Ergebnisse zur
Wirksamkeit von Pfefferminzöl aus einer streng kontrollierten
klinischen Studie vor:
Die Prüfung erfolgte bei 164 einzelnen Kopfschmerzepisoden gegen das Schmerzmittel Paracetamol sowie gegen Placebo (Tablette ohne Wirkstoffe). Die Anwendung des Öls erfolgte großflächig auf Stirn und Schläfen, und zwar zweimal nach 15 und 30 Minuten.
Im Vergleich zu Placebo konnte mit Pfefferminzöl bereits nach 15 Minuten eine signifikante Reduktion der Kopfschmerzen erzielt werden. Die Schmerzintensität reduziert sich im Verlauf einer Stunde weiter. Auch Paracetamol erwies sich als signifikant wirksam gegenüber Placebo.
Zwischen der Wirksamkeit von 1 g Paracetamol und zehnprozentigem Pfefferminzöl bestand kein Unterschied !!!
Kopfschmerzen vom Spannungstyp sind mit Abstand die häufigste Kopfschmerzform und zählen zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Nach neuesten Studien leiden
54 Prozent unter Kopfschmerzen vom Spannungstyp, 38 Prozent unter Migräne, und nur acht Prozent haben andere Ursachen. Der Spannungskopfschmerz, der oft nach längerem Sitzen am Computer oder Autofahrten auftritt, kann 30 Minuten bis zu sieben Tage andauern. Episodisch auftretend ist dieser Kopfschmerz pur" häufig ohne Krankheitswert, seine chronische Form kann jedoch derartig gravierend für die Betroffenen sein, daß sie zur Aufgabe des Berufes und zu einer drastischen Einschränkung der allgemeinen Tätigkeit führt. Diese Kopfschmerzform kann das berufliche und soziale Leben komplett zerstören", so Dr. Göbel.
Anmerkung zu dieser Untersuchung:
Viele Patienten versuchen, die Kopfschmerzen durch häufige
Einnahme von Schmerzmitteln zu mindern. Damit wächst die Gefahr,
daß durch Medikamente ausgelöste Dauerkopfschmerzen das
primäre Kopfschmerzproblem zusätzlich verschlechtern.
Analgetika (Schmerzmittel) sind die meistverkauften Arzneimittel
in Deutschland.
Bei den Apotheken führten sie 1995 mit knapp 194 Millionen
verkauften Packungen.
Insgesamt werden 75 Prozent aller Schmerzmittelpackungen ohne
Rezept in der Apotheke verkauft. Schmerztherapie ist eine
Therapie der Selbstmedikation, nach dem Motto fit for
fun". Arzneimittel werden gern genommen, um Probleme
hinwegzuschlucken, und reihen sich damit mit Alkohol und Nikotin
in die chemisch gebundenen Bewältigungsstrategien ein.
Kopfschmerzen können auch ein wesentlicher Grund für die
Entstehung von Suchtverhalten sein. Eine Untersuchung des
Instituts für Sucht prävention und angewandte Psychologie in
Schleswig-Holstein ergab, daß je nach Schultyp schon 20 bis 40
Prozent der Schüler Kopfschmerzen als ihr wichtigstes und
hartnäckigstes Gesundheitsproblem angeben.
80 Prozent der Kopfschmerzpatienten gehen nicht zum Arzt.
Ihr Informationsdefizit ist besonders gravierend: Fast die
Hälfte der Betroffenen hat keine speziellen Informationen. Das
Thema ist allerdings auch an der wissenschaftlichen Medizin
vorbeigegangen, denn dieser Kopfschmerztyp liegt laut Dr. Hartmut
Göbel (Universität Kiel) in einem unklar definierten
interdisziplinären Niemandsland."
Soweit die neuesten Erkenntnisse der deutschen Wissenschaft.
Weiterhin wurde die Wirksamkeit gegen nervösen Dickdarm (Colon irritable) nachgewiesen, der häufig bei Frauen im mittleren Lebensalter vorkommt und sich durch Völlegefühl, Blähungen und Schmerzen im Bauchbereich vor allem in Belastungssituationen bemerkbar macht.
Weiterhin wird die Einnahme ( 2x täglich 1 Tropfen auf einem Stück Zucker, oder mit Fruchtsaft) von Pfefferminzöl bei geschwächtem Gesamtbefinden empfohlen, da es stärkend und regenerierend auf die Leber wirkt.
Zu empfehlen ist es auch bei Reisekrankheit und Übelkeit, sowie als Zusatz bei Erkältungsmischungen, da es die körpereigenen Abwehrkräfte steigert.
Hinweis: In Badezusätzen maximal 2 Tropfen verwenden !
Pfefferminzöl ist in geringen Dosierungen am wirkungsvollsten !